Vinod Gajare

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Vinod Gajare
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Telekom beim Mogeln erwischt? Klage wegen Kündigungen

October 14, 2026


Kündigen per Klick. So will es das Gesetz seit dem 1. Juli 2022. Bei der Telekom läuft das nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) nicht sauber. Der Verband hat deshalb am 7. Oktober Unterlassungsklage beim Oberlandesgericht Hamm eingereicht (Aktenzeichen I-13 UKl 16/26). Für deinen Vertrag ändert das vorerst nichts. Kündigen kannst du trotzdem ohne Umweg über die Hotline.

Was die Verbraucherschützer der Telekom vorwerfen

Es geht um zwei Punkte. Erstens führe der vorgeschriebene Button „Verträge hier kündigen“ bei der Telekom nicht direkt zu einer Seite, auf der du alle nötigen Angaben machen kannst. Laut den Klageunterlagen musst du zuerst den Bereich wählen, also Festnetz, Mobilfunk oder Sonstiges, und danach die Art der Kündigung. Für den vzbv sind das unzulässige Zwischenschritte.

Zweitens bittet die Telekom auf der Kündigungsseite darum, ihr „die Chance“ für ein passendes Angebot zu geben. Darunter stehen zwei kostenlose Hotlines. Anrufen statt kündigen, so die Idee.

Neu ist der Ärger nicht. Im Dezember 2025 hatte die Verbraucherzentrale Niedersachsen die Telekom wegen eines Warnkastens im Kündigungsformular abgemahnt. „Sind Sie sicher, dass Sie das riskieren wollen?“, stand dort, dazu Hinweise auf Nummernverlust und Roamingkosten. Im Sommer traf es die Telekom-Marke fraenk, die laut Verbraucherzentrale NRW gar keinen Kündigungsbutton auf der Homepage hatte.

Warum das BGH-Urteil für die Telekom unangenehm ist

Brisant wird die Klage durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16. Juli 2026 (I ZR 200/25). Damals ging es um die Fitnessstudiokette FitX, die auf ihrer Kündigungsseite auf eine Vertragspause hinwies. Die Karlsruher Richter stellten klar: Die sogenannte Bestätigungsseite ist allein dafür da, die nötigen Angaben aufzunehmen und die Kündigung abzuschicken. Angebote und Alternativen haben dort nichts verloren. Geklagt hatte auch damals der vzbv.

Eine Rückrufbitte samt Hotline ist davon nicht weit entfernt. Entschieden ist trotzdem nichts. Wie das OLG Hamm die Telekom-Seite bewertet, ist offen. Öffentlich hat sich die Telekom zur Klage bisher nicht geäußert.

So kündigst du bei der Telekom ohne Hotline

Scrolle auf telekom.de ganz nach unten und klicke auf „Verträge hier kündigen“. Wähle den Bereich und die Kündigungsart, trage deine Daten ein und schicke die Kündigung ab. Den Hinweis auf die Hotline kannst du ignorieren. Anrufen musst du nicht. Dass du in einem Zwischenschritt zunächst auswählen musst, um welchen Vertrag es überhaupt geht, bemängeln die Verbraucherschützer. Wir halten das für nachvollziehbar, auch mit Blick auf unterschiedliche Buchungssysteme und Kundennummern im Telekom-Universum.

Sichere dir unbedingt die Bestätigung nach dem Abschicken der Kündigung. Das Gesetz verlangt, dass du deine Kündigung mit Datum und Uhrzeit speichern kannst. Die Telekom muss dir den Eingang außerdem umgehend elektronisch bestätigen. Ruft danach die Kundenrückgewinnung an, musst du nicht rangehen. Und am Telefon musst du nichts zusagen.

Ist die Telekom ein Einzelfall?

Auch andere Anbieter versuchen, die Kunden zu halten. Bei 1&1 beispielsweise funktioniert aus dem Kundenmenü heraus nichts ohne einen Bestätigungsanruf. Erfolgt dieser nicht, wird die Kündigungsvormerkung nicht angenommen. So versucht 1&1, den Kunden zum Bleiben zu bewegen.

Ohne Telefonat klappt es demnach nur über das Kündigungsformular, das du über den Link „Vertrag kündigen“ ganz unten auf der Webseite erreichst. Wähle dort das Formular, nicht den Assistenten.

Mehr als vier Jahre nach Einführung des Kündigungsbuttons wird also immer noch darüber gestritten, wie direkt „direkt“ sein muss.



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