Vinod Gajare

0 %
Vinod Gajare
Delivering IT, Web & Marketing Solutions Pan India since 2007.
  • Residence:
    India
  • City:
    Pune, Maharashta
  • Age:
    36
English
Marathi
Hindi
Punjabi
Performance Marketing
Meta Ads
Google Ads
Web Designer (Wordpress)
Power BI
Data Analytics
Excel
Laptop Repair Chip Level
Travel Expert
Visa Assistance
  • Bootstrap, Materialize
  • Stylus, Sass, Less
  • Gulp, Webpack, Grunt
  • GIT knowledge

“Es bricht alles sofort zusammen” » inside digital

October 14, 2026


In Frankreich sind vor wenigen Tagen über 300 Supermärkte Opfer einer Cyberattacke geworden. Genauer gesagt betraf diese die Kühlsysteme in den Märkten. Kriminelle hatten diese gehackt, und somit Tonnen an Tiefkühlware aufgetaut. Es kam auch zu Bränden. Am Ende mussten die Supermärkte das ganze Essen entsorgen. Es entstand ein Millionenschaden, Lebensmittel waren vorübergehend nicht verfügbar. Wir haben mit einem Cybersicherheitsexperten darüber gesprochen, wie es soweit kommen konnte – und warum uns der Fall nicht nur in Deutschland ein Weckruf sein sollte.

Nach Cyberangriff: Tonnenweise Lebensmittel im Müll

Intermarché, Carrefour, Monoprix und Cooperative U: Unbekannte haben in der Nacht auf Montag (12. Oktober 2026) die Kühlsysteme von mehr als 300 Supermärkten in Frankreich gehackt. Daraufhin stiegen die Temperaturen in den (Tief‑)Kühlschränken auf 50 Grad an, es kam zu Bränden. Am nächsten Morgen mussten die Mitarbeiter die betroffenen Lebensmittel aufgrund des Gesundheitsrisikos wegschmeißen. Doch wie konnte es soweit kommen?

Einem Bericht von Bloomberg zufolge sollen die betroffenen Kälteanlagen von dem dänischen Hersteller Danfoss stammen. Diese seien veraltet gewesen und hätten teils keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Das Cybersicherheitsunternehmen Claroty hatte bereits im August Schwachstellen bei einem Systemmanager von Danfoss festgestellt. Demnach könne man die Authentifizierung ganz einfach mit dem Benutzernamen „admin“ und dem jeweiligen Tagesdatum umgehen . Ein Fehler, der zu spät bemerkt und nun womöglich ausgenutzt wurde.

Angriffe auf Anlagen, die für die Lagerung frischer Produkte und die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung unerlässlich sind, sind von äußerster Schwere und beispiellos. Dies ist inakzeptabel.

Dominique Schelcher, CEO der Cooperative U (via Twitter)

Lidl, Rewe & Co. (noch) nicht betroffen

Wie ein CTI-Analyst (Cyber Threat Intelligence) gegenüber Reuters angab, soll es auch Vorfälle in Deutschland und anderen europäischen Ländern gegeben haben. Danfoss beliefert auch deutsche Supermärkte wie etwa einen Rewe-Markt in Dortmund-Hörde mit Systemlösungen für die Kältesteuerung. Auf Nachfrage geben Rewe, Penny, Lidl und Kaufland allerdings an, von den aktuellen Angriffen nicht betroffen zu sein. Das könnte sich allerdings jederzeit ändern, ist sich Cybersicherheitsexperte Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Berater der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Kommission, sicher. Technisch gesehen bestünde eine große Ähnlichkeit zwischen den Supermärkten der Länder.

WhatsApp Banner Home-Kanal

„Das könnte jederzeit auch in Deutschland geschehen. Es ist fast schon ein Wunder, dass es in deutschen Supermärkten bisher nicht geschehen ist“, stellt der Experte klar. „Man kann mittlerweile ganz klar erkennen, dass wir mit der Vernetzung und Digitalisierung der Gesellschaft und der Industriebetriebe auch immer weitere Angriffsflächen schaffen.“

Cybersicherheit: Ein Thema für alle

Es sei ein Irrglaube, dass Cybersicherheit nur die IT-Abteilung betreffe oder sich auf Datenleaks, Ransomware-Erpressungen und dergleichen beschränke. Immer mehr wird sie auch ein Thema für die OT (Operational Technology), die Fertigung, Supermärkte, den ÖVPN, Transport und die Logistik, selbst für Banken und Finanzsysteme. Wenn Geldabheben oder mit der Karte zahlen nicht mehr funktionieren würden, hätte das einen kaskadenartigen Effekt. „Es bricht alles sofort zusammen“, spinnt Kipker die möglichen Szenarien weiter.

Deshalb hat es den Cybersicherheits-Experten auch nicht überrascht, dass es im Falle Frankreichs so gekommen ist. Im Bereich OP werde immer mehr auf Fernwartung gesetzt. Dadurch sei man darauf angewiesen, was der Hersteller liefert. Doch wie sicher ist diese digitale Lieferkette wirklich? Das ist für den Einzelnen nicht kontrollierbar. In Frankreich wurde die Tragweite der möglichen Schwachstellen des Systems unterschätzt.

Wenn wir über Cybervorfälle in Zukunft reden, kann es die Grundfeste unserer Gesellschaft, die Versorgungssicherheit unserer Bevölkerung treffen.

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Gründer und wissenschaftlicher Direktor des Cyberintelligence Institute, Frankfurt am Main

Täter gesucht: Wer steckt hinter den Angriffen?

Etwaige Schwachstellen können mittlerweile einfach durch KI ausfindig gemacht werden oder auch über Suchmaschinen wie Shodan. Agentische KI könnte so ganze Lebensmittelketten lahmlegen, prognostiziert Kipker. Das seien eben jene existenziellen Risiken, vor denen aktuell in Verbindung mit KI gewarnt werde.

Stellt sich die Frage: Stecken im Falle Frankreichs eine KI, Cyberkriminelle oder gar geopolitische Machenschaften dahinter? Wir haben Dr. Mark T. Hofmann, Kriminal- & Geheimdienstanalyst, gefragt. „In diesem konkreten Fall liegt noch keine Attribution vor, kein Bekennerschreiben, keine Lösegeldforderung.“ Nach mehreren Jahren der Forschung im Darknet könne der Cyber-Profiler jedoch das typische Profil eines Hackers benennen: „Jung, männlich, intelligent“. Geld sei nur etwa in der Hälfte der Fälle der ausschlaggebende Motivator, so der Experte. Oft seien auch die reine Herausforderung, der Adrenalinkick sowie der Spaß an der Sache und das gewonnene Machtgefühl Grund genug.

Ich hoffe, dass der Angriff für deutsche Supermärkte eine Warnung darstellt und ihnen einen zeitlichen Vorsprung bietet, um ggf. nachzurüsten. Denn manchmal gibt es Nachahmungstäter. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen mangelt es nicht an Akteuren, die ein Interesse daran haben, Deutschland zu schaden.

Dr. Mark T. Hofmann („Dr. Darknet“)

Doch ob KI, Hacktivismus oder wie auch immer motivierte Cyberkriminelle dahinterstecken – auf die Frage nach dem Täter kommt es laut Prof. Dr. Kipker gar nicht an. „Man hat jetzt erstmals richtig gesehen, was für eine Versorgungsrelevanz Cybersicherheit eigentlich hat“ und „wie vielschichtig die Bedrohungslage sein kann.“ Jetzt geht es primär darum, wie wir uns davor schützen können.

Nicht nur Aldi & Co: Was können wir tun?

„Was wir zurzeit vielfach sehen, ist Vernetzung ohne Sinn und Verstand“, kritisiert Kipker. „Wir geben überall Kontrolle auf, ohne dass wir entsprechend an Resilienz oder Redundanz denken.“ Denn: „Mit jedem Stück Vernetzung, das wir vorantreiben, geben wir letztlich auch ein Stück Kontrolle über Cybersicherheit ab.“ Zurück bleibt ein wachsendes Risiko mit teils gravierenden Folgen wie jetzt in Frankreich.

„Das war nur ein Vorgeschmack“, stellt Kipker klar. Es sollte aber ein „Weckruf“ für uns alle sein. Der Experte fordert Vernetzung nur mit „sinnhaftem Output“ und eine verbesserte Prävention. „Jetzt müssen wir auch in Deutschland schauen: Wo haben wir diese Kühltruhen stehen? Welche Sicherheitsstandards haben die? Haben die Updates? Hängen die irgendwo im Netzwerk drin? Das sind jetzt alles Fragen, die wir uns auch hierzulande stellen müssen.“

Die Verantwortung sieht Kipker zunächst bei den Händlern, aber auch beim Staat und immer mehr auch bei den Herstellern. Hersteller müssen Händler über Sicherheitsupdates und Schwachstellen informieren. Das BSI (Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik) allein könne nicht alle Händler überprüfen. Digitale Resilienz sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Kipker, bei der Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe zusammenarbeiten müssten.

Erfolgreiche Cybersicherheit bedeutet, verlässliche Informationen in möglichst schneller Zeit aus vertrauenswürdigen Quellen zu kommunizieren. Und da müssen wir noch viel dran arbeiten.

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker

Cyber Resilience Act: Chancen und offene Fragen

In Europa sind wir mit dem Cyber Resilience Act (CRA) immerhin auf einem guten Weg, so Kipker. Der legt verbindliche Cybersicherheitsstandards für alle in der Europäischen Union verkauften vernetzten Hardware- und Softwareprodukte fest, gilt in Deutschland aber erst vollständig ab Dezember 2027. Seit dem 11. September greift immerhin die Meldepflicht, wonach Hersteller „aktiv ausgenutzte Schwachstellen sowie schwerwiegende Sicherheitsvorfälle, die sich auf die Sicherheit ihrer Produkte auswirken“ melden müssen.

Mit der Vorbereitung auf die Umsetzung des CRA wachse hoffentlich auch das Bewusstsein für die Bedrohungslage durch Cyberangriffe wie dem in Frankreich, erhofft sich Kipker. „Es ist ein Glück, dass wir nicht betroffen gewesen sind.“ Aber: „Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen. Das ist ein globales Thema, ein globales Problem.“ Künftig sollte sich nicht nur Deutschland diese Fragen stellen: „Welche Technik setzen wir eigentlich in kritischen Infrastrukturen ein? Wie sicher ist sie und wie können wir die Sicherheit gewährleisten?“ Letztlich könne man zwar nicht alle Angriffe vermeiden, dennoch seien Informations- und Quellenauswertung „das A und O in der Cybersicherheit, um über die tägliche Bedrohungslage informiert zu sein“.



Source link

Posted in Uncategorized
Write a comment
© 2007-2025 All Rights Reserved. Vinod Gajare
Web Design & Hosting by Vinod Gajare Official